Zagora - Chefchouen
27.219 KM
24.04. - 31.05. 2026
Mittwoch 29. April
Das Auto ist 2 Tage früher fertig geworden, also ging's heute Morgen los Richtung Merzouga.
Eigentlich sah die Reiseplanung anders aus, Mai ist für die Sahara bereits etwas warm. Da es vermutlich unsere letzte Afrikareise ist wollte ich mit Mitzi nochmal ein Dune Race machen.
Freitag 01. Mai
Weil es tagsüber ziemlich heiß ist habe ich die meiste Zeit am Pool verbracht. Mitzi war nicht so begeistert. Wenn ich im Wasser war hat sie gejault, also immer nur kurz abgekühlt und die Liegen im Schatten genoßen.
Dafür bin die letzten Tage um halb 6 aufgestanden damit das Tier zu seinem Auslauf kommt.
Und dann geht’s die Düne runter.
Weil es um diese Zeit angenehme 16 Grad hat wird das noch fast 2 Stunden durchgezogen. Meine alte Dame wirkt wie in der Pubertät.
Und vor 9 gibt’s weder Kamele noch Motorräder die versuchen die Dünen hoch zu fahren.
Der CP ist zwar mit knapp 7€ und dem luxuriösen Pool ziemlich günstig, das Essen aber extrem teuer.
Hab dieses Restaurant in den Dünen gefunden. Die beste vegetarische Tajine und total günstig.
Also das Abendgassi immer mit Abendessen verbunden.
Und weil's ziemlich lang hell ist und die Temperaturen erträglich sind gibt’s auch abends Sand unter die Pfoten.
Es geht wieder runter.
Und gleich wieder rauf.
Sonntag 03. Mai
Gestern Zwischenstopp in Quarzazate, auch bekannt als Hollywood Afrikas. Wär ich Fan von Game of Thrones gäb's hier einiges zu sehen. Ich will aber Richtung Riff und dazu muss ich erst mal über den mittleren Atlas. Bin zwar noch nicht zu 100% beruhigt wegen der Bremsen, aber noch halten sie und so ist die Fahrt ein ziemlicher Genuß.
Beim Zwischenstopp heute nehm ich mir Zeit für eine kleine Wanderung. Es geht zur natürliche Brücke in Imi N'Ifri, eine Naturbrücke die sich über einen Gebirgsbach spannt. Gleich danach gibt es mehrere Becken die von Kids zum Baden genutzt werden. Aber zuerst geht’s mal steil runter, vorbei an Miniwasserfällen.
Dann geht’s wieder rauf. Ziemliche Kraxlerei und zunehmend rutschig, aber das Tier geht voran und ich folge ihr. Vermutlich nicht ganz so elegant aber sehr motiviert.
Dann stehen wir in einer kleinen Höhle direkt unter der Brücke, überall fließt etwas Wasser und es gibt kleine Tümpel.
Ist Mitzi egal wie groß, planschen geht überall.
Richung anderer Ausgang wird’s immer glitschiger, also drehen wir um.
Dabei fallen mir diese Figuren im Fels auf. Also wenn am ersten Foto niemand ein Gesicht und am zweiten niemand 2 Monster die den Fels runter klettern erkennt kiffe ich nie mehr.
Mittwoch 06. Mai
Am Montag am CP in Ouzoud angekommen, mitten in der Natur. Die näxte asphaltierte Straße ist einige Kilometer entfernt, hierher führt nur eine kleine Piste und der Platz liegt auf einem Hügel mit schöner Aussicht.
Wieder mal Zeit für ein Aufwachaussichtsfoto.
Heute waren wir beim Wasserfall von Ouzoud. Um Touries auszuweichen waren wir schon um 8 Uhr dort. Um diese Zeit bin ich lieber alleine und rede nicht so gern. Darum hab ich abgewunken, als uns ein Guide dringend angeraten hat den Weg runter nicht ohne ihn zu machen. Sollte sich als Fehler rausstellen.
Zuerst mussten wir an den Berberaffen vorbei, nicht ganz einfach mit Mitzi.
Da müssen wir also runter. Weg hab ich keinen gefunden, aber rechts von Mitzi gab's einen schmalen Pfad für die ersten 50 Meter.
Und dann begann die Kletterei. Mitzi hat nicht Schiss, die wartet auf mein Kommando.
Und los!
Auf halber Höhe dann zur Motivation das Ziel.
Schaffen auch noch den Rest bis zum Ufer. Leider geht’s hier nur Flußabwärts, also weg vom Wasserfall.
Irgendwann stoßen wir auf einen Weg der wieder flußaufwärts führt und nach einer etwas abenteuerlichen Flußüberquerung (Sandsäcke und Steine, also nasse Füße), kommen wir statt nach einer Stunde nach 3,5 Stunden beim Wasserfall an. Ist trotzdem relativ wenig los, hauptsächlich marokkanische Besucher.
Montag 11. Mai
Obwohl mir der Name Traumschiff Walhalla für einen CP noch immer suspekt ist, Jane die Besitzerin (aus Leipzig) und ihre Töchter sind super nette Gastgeberinnen. Alles sauber, viele Gemeinschaftseinrichtungen (Küche innen und aussen!), ruhig und top Aussicht. Außerdem konnte ich Mitzi bei den Gassigängen frei laufen lassen. Haben dann die Gegend auf Eselspfaden erkundet, bis Freitag. Samstag morgen aufgewacht mit einer Zahnfleischentzündung. Sofort realisiert, dass das was heftiges is. Schmieren wird da nicht reichen. Hatte exakt das Gleiche mal vor 3 Jahren und wusste noch welche Antibiotika ich verschrieben bekommen hab. Also ist Jane mit ihrem Moped ins Dorf und hat mir die Antibiotika und ein starkes Schmerzmittel besorgt, beides rezeptfrei für ein paar Euro. Eigentlich wollte ich heute los Richtung Riff, aber die Schmerzmittel knallen zu sehr, so kann ich nicht Autofahren.
Dienstag 12. Mai
Zwischenstopp in Azrou. Nach dem Antiatlas und dem mittleren und hohen Atlas also jetzt über den mittleren Atlas ins Riffgebirge. Hier in der Gegend kann man Schifahren, also sehr touristisch. Trotzdem ziemlich günstig, die Sonne scheint und die Schwellung ist viel besser.
Bin schon ziemlich neugierig, morgen geht’s nach Ketama. Reiseberichte hab ich nicht wirklich gefunden, aber Reisewarnungen. Und Geschichten von dubiosen Gestalten die einen verfolgen, waghalsige Überholmanöver mit anschließendem stoppen des Fahrzeuges. Und überall agressive Angebote zum Haschisch kaufen. Also, schöne Landschaft aber besser nicht aussteigen weil alles Kriminelle.
Also wissen die Leute entweder nicht wo sie hingefahren sind (schlechte Reisevorbereitung), oder vielleicht wollen sie sich nur ihre vorgefestigte Haltung bestätigen?
Mittwoch 13. Mai
Es geht auf und ab, viele Serpentinen und schmale Straßen. Aber es ist wenig Verkehr und das Fahren macht Spass. Also auf ins vierte Gebirge Marokkos. Je näher ich dem Zentrum des Haschischanbaues in Marokko komme, umso öfter nehmen eindeutige Gesten vom Straßenrand zu. Ich winke dankend ab, von Agression seh ich nix. Kurz vor Ketama überholt mich ein alter Mercedes mit Warnblinker, fährt mitten auf der Straße und wird langsamer. Aus dem Seitenfenster lehnt sich ein vielleicht 6 jähriges Mädchen und winkt mit einem Joint ich soll stehenbleiben.
Das war also mit den waghalsigen Überholmanövern gemeint. Ich musste grinsen und überholte langsam. Beim Vorbeifahren winkte ich freundlich und es wurde zurück gewunken.
Freitag 15. Mai
Gibt hier nur einen Stellplatz, das Ketama Homestay. Eigentlich ein Produktionsbetrieb, haben aber auch Zimmer und für 4€ steht man im Hof sicher und kann Küche und Sanitärräume benutzen. Wird von einigen jungen Leuten geführt die alle perfekt englisch sprechen.
Auf jeden Fall eine neue Generation Produzenten. Hier wird mit feminisierten Samen gearbeitet die in einem Gewächshaus vorgezogen und einzeln ausgepflanzt werden.
Das ist die Aussicht vom Haus mit den eigenen Anbauflächen, die kleinen Mulden vor dem Bach sind zum Auspflanzen bestimmt und werden einzeln bewässert. Die Parzellen dahinter sind ausgesät. Gleich mal Gassi durch die Parzellen. Ist auch überhaupt kein Problem, nur fotografieren hab ich mich nicht wirklich getraut. Also an dieser Stelle sorry für die schlechte Qualität der Fotos ab jetzt, alles mit Handy und etwas gestresst.
Montag 18. Mai
Hab mich im Homestay wohl (und sicher) gefühlt. Ausser mir war nur ein Holländer zum Einkaufen hier. Nachts war ziemlich viel los, von den Autos würde ich sagen, die mit dem Mercedes 190D sind die Bauern und der Mercedes G gehört dem Händler. Alles ein bischen strange, hab mich aber nie unsicher gefühlt.
Nur bei der Frage, wem dieses schlossartige Anwesen mit der häßlichen Mauer (außen sieht's wie Knast aus, innen Villa/Schloss) gehört, wurden sie etwas einsilbig. Nachdem's bei meinem Erkundungsversuch schnell ziemlich lautes Hundegebell gab bin ich wieder umgekehrt.
Leider muss ich heute ausziehen weil es wegen eines Wasserrohrbruchs kein Wasser gibt und sie für eine Woche zumachen. Davor zeigte mir Ahmed aber noch stolz ihr Labor, alles der neueste Scheiss. Vor allem der riesige Ice-O-Lator war beeindruckend, hat 100.000$ gekostet und wurde angefertigt. Selbst ins Gewächshaus durfte ich mit Mitzi rein, die waren ziemlich entspannt, und ich glaub auch stolz auf ihr fortschritliches Unternehmen.
Während man im September die Trommeln von Ketama hört (bei der traditionellen Verarbeitung werden die trockenen Cannabisblüten auf ein Tuch gelegt und mit einer Plastikplane abgedeckt. Anschließend schlagen die Bauern im Kollektiv rhythmisch mit Stöcken auf die Konstruktion) versuchen's die Jungs mit Inovation. Zum Abschied gibt’s noch Kostproben. Ketama Gold, Hardala und vor allem ihr Spezialprodukt, Bubble Hash.
Die letzte Möglichkeit war im einzigen Hotel, dem Shotwak zu fragen ob ich im Innenhof stehen darf. War kein Problem, abgeschlossenes Tor hinter hohen Mauern und mit Klobenützung 2€ die Nacht.
Montag 18. Mai
Warum ich in diesem Drecknest 8 Tage geblieben bin weiß ich nicht genau. Drecknest mein ich gar nicht despektierlich, hab mich ja wohlgefühlt. Hier ist nix touristisch, es liegt auch nicht mehr Müll rum als anderswo. Es ist nur alles extrem staubig und wirkt total abgefuckt. Dazu die Menschen in ihren Djellabas, dicken Wollmäntel mit spitzen Kaputzen. Ich hab in 8 Tagen keine einzige Frau gesehen. Die Cafehäuser sind voll mit Männer, die alten rauchen aus einer Sebsi, eine lange dünne Pfeife, und die Jungen rauchen Joints.
Die Tage liefen immer gleich ab ohne langweilig zu werden. Nach dem Kaffee Morgengassi mit Ziel Bäckerei. Durch's Dorf geht ein Fluss mit angrenzendem Zedernwald. Aus dem Fluss führen Schläuche zu den Parzellen, während anderswo am Straßenrand Plastikzeux für die Küche angeboten wird ist's hier Bewässerungszubehör. Da beim konventionellen Anbau die Geschhlechter nicht getrennt werden gibt’s natürlich ordentlich Verbreitung der Samen. Am letzten Bild ist jeder grüne Punkt ein Sämling.
Und Gras wächst hier überall. Unter Bäumen im Schatten und zwischen Steinen.
Und am Wegrand.
Haschisch ist in Marokko illegal, tatsächlich im Riffgebirge geduldet. Dass dies eine Kultur ist die es hier seit dem 15. Jahrhundert gibt ist der Regierung vermutlich egal, dass zehntausende Menschen hier davon leben (und es auch keine alternativen Einkommensmöglichkeiten gibt) wird vermutlich der Grund sein.
Mitten im Dorf gibt es viele Terrasierungen auf denen gepflanzt wird.
Ein Grund warum ich hier auch länger verhockt bin war gutes und billiges Essen. Nach dem Morgengassi zum Bäcker und für (insgesamt!) 40 Cent 2 Schokobrötchen und 2 Stück Kuchen, mit den vielen Kostproben und schnellem Internet können die Nächte lang werden:). Anschließend nebenan im Stammkaffee einen Milchkaffee um 70 Cent, dazu die Schokobrötchen und marokkanischen Fußball in der Glotze.
Überhaupt war das Cafe Panorama ein Fixpunkt, ausser dem Frühstück noch mal am Nachmittag und nach dem Abendessen (um 4€) einen Minztee um 40 Cent, immer mit Marokkanischen Fußball.
Dienstag 19. Mai
Endlich aufgerafft, hätte glatt in Ketama verhocken können. Im Nachhinein war das schon ziemlich seltsam. Versteh schon, dass die vielen „dunklen Gestalten“ (die wahrscheinlich alle harmlos sind) etwas abschreckend wirken. Dazu der Ruf der Gegend, tatsächlich fahren Polizeistreifen auch durch die Felder als wenn's Getreide wär. Und ja, mit Mitzi lässt's sichs leicht cool sein wenn selbst die toughsten Jungs die Straßenseite wechseln.
So, nochmal 2 Stunden durchhs Riff gecruist und in Taghassa am Mittelmeer angekommen. Wusste vom letzten Mal noch, dass diese Küste nicht besonders spektakulär ist. Spiegelglatte Oberflächhe und Kiesstrand. Aber dahinter die Berge, und vor allem, kaum Touris.
Und ein wirklich netter kleiner Platz der von einer sympathischen Familie mit den Enkeln und den Großeltern betrieben wird. Stehen alleine hier, wenn man ohne Auto kommt kann man diese WOMO's mieten.
Sonntag 24. Mai
War eine etspannte Woche zum Ausklingen. Hab keine Lust zu kochen, das Restaurant ist aber gut und günstig. Frühstück auf der Terrasse und Abendessen am Strand.
Der Strand ist ziemlich langweilig, ist Mitzi egal und ich bin froh keine Touris zu sehen. Eine marokkanische Familie die picknickt und fasziniert beobachtet wie Mitzi ins Wasser springt. Die hat jetzt eine neue Technik, sie hebt immer ab sobald die Pfoten im Wasser sind. Sieht lustig aus weil's hier keine Wellen gibt und sie immer mit einem Bauchfleck landet, danach liegt sie in der Sonne bis ich sie immer wieder in den Schatten hol.
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