Sassandra - Robertsport

12.672 KM

12.01. - 31.01. 2026

 

Nachtrag Elfenbeinküste

 

Montag 12. Jänner

Die Abfahrt vom Camping Zalpha war genauso beschissen wie befürchtet. Ohne Andre wäre das nicht gut gegangen, der ging bei den kritischten Stellen voraus und wies mich ein. War Milimeterarbeit nicht in die tiefen (40cm, hab's beim Gassi gehen gemessen) Spurrinnen zu rutschen. War dann ziemlich froh wieder Asphalt unter den Rädern zu haben. 

Am späten Nachmittag in Soubre angekommen, nachdem ich für Camping Zalpha nix bezahlt hab leiste ich mir ein billiges Hotelzimmer.

 

Dienstag 13. Jänner

Nächster Zwischenstopp ist Man, dort hab ich einen Stellplatz in einem christlichen Zentrum. Wirkt etwas sektenhaft, aber Dusche ist super und ist ja nur eine Übernachtung.

 

Mittwoch 14. Jänner

Der Wecker läutet schon um 5 Uhr weil ich eine Grenze mit schlechter Piste vor und nach dem Übergang vor mir hab. 

Ist dann halb so schlimm weil ich dieses mal früh dran und fit bin, letztes mal bin ich diese Grenze ja nach einer 10 Stunden Fahrt im Dunklen gefahren.

die Grenze, (Kpantiaply)

Wie beim letzten mal unkompliziert und korrekt. Nur ewig lang gedauert, die Dame auf der liberianischen Seite war richtig beleidigt, dass sie jetzt arbeiten (also meinen Pass abstempeln) muss, und schaut sich 20 Minuten Youtube Filmchen an bevor gestempelt wird. Der Zollbeamte in Liberia stempelt falsch und ich kann ihn gerade noch daran hindern die Seite aus dem Carnet rauszureissen.

Nachdem mich Google Maps wieder mal richtig auflaufen hat lassen (die Piste endet im Gebüsch) fahr ich alles wieder bis zur Hauptstraße zurück. Dort gebe ich dann mit Zwischenzielen meine Wunschroute ein. Die letzten 30 KM ist dann Piste wie ich sie noch nicht gefahren bin. Breit, keine Löcher, aber extrem rumpelig. Der Untergrund ist felsig und es ist egal ob ich 20 oder 60 KM/h fahre, es fühlt sich an als ob das Auto auseinanderfallen würde. Also entscheide ich mich für die höhere Geschwindigkeit.

Dafür lässt der letzte Teil schon ahnen, dass hier eine besondere Stimmung herscht.

Nimba Eco Lodge

Der Stellplatz ist zwar in der Sonne, dafür gibt’s ausser den saubersten Sanitäranlagen bisher (mit heißer Dusche!) einen Pool für mich mit sehr cooler Aussicht.

Eigentlich ist es hier zu teuer für mich, aber erstens ist Liberia sowieso sauteuer und dann brauche ich diesen Luxus gerade. Außerdem ist die heiße Dusche super, hab beim Abendessen im T-Shirt gefroren. Und das erste mal bei geschlossener Schiebetür geschlafen, um Mitternacht musste ich die Decke rausholen, hatte nur noch 20°.

Donnerstag 15. Jänner

Gestern war's schon zu spät zum schwimmen, aber heute führt das Morgengassi gleich zum See.

Der ist komplett von Bergen umgeben und daher super schattig.

Bevor ich noch unten bin ist das Tier schon im Wasser.

Gibt dort auch ein kleines Holzpodest zum rein springen. Mitzi ist schon von verschiedenen Erhöhungen ins Wasser gesprungen aber irgendetwas verunsichert sie.

Sie will unbedingt rein, weiß aber nicht wie.

Dann überwindet sie sich, es macht Platsch und drin ist sie.

Dann aber ab zum rettenden Ufer.

Sie fühlt sich ziemlich wohl hier.

Hier wurde irgendetwas abgebaut (bitte selbst recherchieren was, hab grad kein Netz) daher diese Terrassierung, lustig zu sehen wie sich die Natur zurück holt was ihr gehört.

Green Rapids

Freitag 16. Jänner

Und wieder will mich das Navi in die Pampa schicken. Da ich es ignoriere beginnt es mich anzuschreien, dass ich wenden soll. Also schalte ich es ab und frag mich durch.

Die Begrüßung ist super herzlich, ist sowas wie ein Familienbetrieb den der Papa mit seinen beiden Söhnen führt. Nachdem ich eingeparkt habe bekomme ich einen Teller Kassava und kurz drauf eine große Flasche mit Eiswasser. Das Abendessen bestelle ich und werde ganz besorgt gefragt, was den mein Hund essen soll:).

Der Stellplatz liegt in einem Palmenwald.

Dieses mal kommt die Geräuschkulisse nicht von den Wellen sondern vom Fließen des Baches neben mir. Da geht’s runter.

Ich hab übrigens in Europa noch nie frische Ananas gegessen, auch Ananassaft fand ich nicht so prickelnd. Hab jetzt in den letzten 2 Monaten sicher an die 10 Stück gegessen (sind auch kleiner als ich sie bei uns kenne), und fast immer den Strunk mitgegessen. Sind lt. Finn (Fußgänger, siehe Ghana) Klasse 1-2 von 5. Klasse 4 und 5 gibt’s nur bei uns.

Der Platz liegt mitten im Wald und es gibt eine Menge Sitzplätze. Da ich (wieder mal) der einzige Gast bin hab ich freie Wahl.

Zum relaxen im Schatten auf einer Schaukel direkt am Wasser, oder Essen unter Palmwedel. 

Samstag 17. Jänner

Will mit Mitzi eine längere Gassirunde den Bach entlang machen, nach entspannten Beginn wird’s schnell dicht.

Dann kraxeln wir an einer Stelle wo ich mich am Gebüsch festhalten kann runter zum Wasser. Während ich vermutlich etwas unbeholfen aussehe springt Mitzi super elegant und sicher runter, nix alte Dame.

Unten isses allerdings etwas stressig weil sie unbedingt ins Wasser will und ich entscheide, dass es zu gefährlich ist.

Der Bach fließt direkt am Platz vorbei und es gibt eine Stelle wo man reingehen kann. Dort werde ich ungeduldig erwartet.

Mir ist es zu rutschig, hab auch gesehen wie's den Jungen hingelegt hat. Außerdem ist in der Mitte die Strömung relativ stark, vermutlich völlig ungefährlich aber ich bin ein Schisser.

Mitzi löst das anders, die macht's mit Anlauf.

Auch ihr machen die rutschigen Steine zu schaffen, aber irgendwie kommt sie immer raus.

Am schluss wie immer Trotz und Verweigerung. Nach diesem Foto bin ich dann einfach gegangen. Sie weiß genau, wann ich sie zum gehen raus rufe und bleibt dann im Wasser. Nach einigen Minuten war sie dann da.

Morgen soll's nach Monrovia gehen, wieder zu dem Stellplatz bei der NGO wie bei der Hinfahrt. Hoffe sehr, das ohne Zwischenstopp zu schaffen. Das Navi sagt 6 Stunden und 290KM. Aber abgesehen von den Pisten hier raus bis zur Hauptstraße und dem Verkehr (und ganz beschissenen Straßen) in Monrovia dauert das sicher länger. Bin diese Strecke schon gefahren und da gibt es einige Polizeikontrollen, nicht mit Seil oder Nagelbrett sondern eigene Ausfahrt mit parken und in mehrere Gebäude gehen. Abgesehen von den nicht gerade sympathischen Polizisten kostet das richtig Zeit. 

Mal schauen, Monrovia ist nur ein Zwischenstopp, danach geht’s nach Robertsport an die Küste.

Sonntag 18. Jänner

Die Straße bis Monrovia war feinster Asphalt. Wenn die nervigen (+langwierigen und unfreundlichen) Polizeikontrollen nicht gewesen wären wär ich gutgelaunt am frühen Nachmittag in Monrovia angekommen. Aber zusätzlich waren die Straßen in Monrovia extrem schlecht und der Verkehr (wie immer in Großstädten) katastrophal. Spoiler, die Abfahrt morgen war noch beschissener. 

Nachdem ich mich wieder mal mit Käse und Joghurt zu unverschämten Preisen eingedeckt habe geht’s zum selben Stellplatz wie bei der Hinfahrt. 

Robertsport Surf Club

Montag 19. Jänner

Nachdem ich dem Moloch Monrovia entronnen war erwarteten mich zuerst übler Fetzenasphalt und die letzen 40 KM Piste. Blöderweise ist die Klimanlage gerade da ausgfallen, bedeutete fahren bei offenem Fenster. Jetzt ist das ganze Auto innen mit einer roten Staubschicht bedeckt.

In Robertsport angekommen erwartet mich dieses Schild am Robertsport Surf Club. Verspricht viel, auch der Strand ist total sauber und wirklich schön. Trotzdem werde ich die nächsten 2 Wochen alles für mich alleine haben, kein einziger Besucher ausser mir.

Der Stellplatz ist genau nach meinem Geschmack und für 5$ pro Nacht mit super Sanitärräumen perfekt um das strapazierte Reisebudget etwas zu entlasten.

Wache meist schon vor 7 Uhr auf und genieße erstmal im liegen den Ausblick, die ersten Besucher sind die Hundegang.

Beim Kaffee beobachte ich die Fischer die täglich zur gleichen Zeit am Werk sind.

Der Platz gehört auf jeden Fall mit Bureh Beach in SL und Organic Beach in Ghana zu meinen Top 3.

Der Junge sitzt täglich ein paar Meter hinter mir und klopft die Früchte auf. Nachdem er die Samen mühsam rausgepult hat werden sie zum Verkauf in einer Flasche gesammelt.

Ansonsten bestimmt wieder Mitzis Wasserythmus den Tagesablauf. Gibt schon mehr Wellen hier, ist ja auch ein Surfspot.

Ist ihr aber egal, sobald Kokosnüsse fliegen schmeisst sie sich rein.

Mit dem 4Pd (4Paw drive) schafft sie's auch immer auf der Welle zu bleiben, ein Surfdog halt:).

Der Weg raus ist etwas schwieriger weil's eine starke Brandung gibt.

Danach ist chillen angesagt.

Sonntag 25. Jänner

Hab auf Maps ein Museum enteckt das nicht weit von hier ist. Als ich losging wusste ich noch nicht, dass ich mit einer weniger schönen Seite Afrikas konfrontiert werde. In Liberia gab es (wie in Sierra Leone) Anfang der 2000er Jahre Bürgerkrieg.

Schon auf dem Weg zum Museum kam ich an einem völlig ausgebrannten Gebäude vorbei. Wie mir Sam später erzählte war es ein berühmtes Luxushotel das von Rebellen angezündet wurde.

Als ich beim Museum ankam erwartete mich wieder eine Ruine. Laut Sam ebenfalls von Rebellen niedergebrannt, warum auch immer, Luxushotel leuchtet mir ja noch ein. War is stupid.

Montag 26. Jänner

Hab auf Google Earth ein Wrack entdeckt das relativ in der Nähe sein musste. Als ich dann nachgefragt hab hieß es, eine halbe Stunde. Bin dann von einer Stunde ausgegangen, gedauert hat's dann eineinhalb Stunden. War froh, dass uns Sam begleitet, sowas wie der Manager des Robertsport Surf Club.

Ging zuerst den Strand entlang, schöne Aussicht aber seehr heiß.

Dauerte auch etwas länger weil Mitzi zwischendurch zur Abkühlung ins Wasser durfte.

Unterwegs lustige „Holzskulptur“ gefunden, dachte zuerst es ist ein Kamel. Das ist Sam.

Hätte mir gern angesehen wie der Stein hält, war mir aber in der Hitze zu mühsam.

Ging dann ein Stück durch den Wald, gab zwar jetzt Schatten, dafür ging's steil Bergauf und ab. Die ältere Dame neben mir stellte sich wesentlich geschickter an als ich, 4 Pfoten sind wieder mal ein Vorteil.

Dafür eine Frucht entdeckt die ich vorher nicht kannte. Schmeckt nicht schlecht, kann man aber nur lutschen.

Dann endlich beim Wrack angekommen. Ist eine seltsam Geschichte. Die Tamaya 1 ist ein kleiner Tanker der Schlagzeilen machte, nachdem er Anfang Mai 2016 ohne Mannschaft an der Küste Liberias bei Robertsport strandete und daher als Geisterschiff betitelt wurde.

Jetzt kommen ein paar Fotos für Freunde des gepflegten Rostes. Daniel, wär das kein Bastelprojekt für dich? Statt einem Mad Max Fahrrad ein Tretboot draus machen, gibt sicher viel zu schweissen:).

Am Freitag geht’s dann wieder nach Sierra Leone. Zuerst geht’s nach Kenema wo ich Freunde besuche die mir vor 2 Jahren den Arsch gerettet haben und ziemlich cool dabei waren. Gibt's hier zum nachlesen. Dann am Weg nach Bureh Beach in der Werkstatt von Don Bosco vorbei, der einzigen Werkstatt der ich vertraue. Also nur noch 600 KM ohne Bremsen:).

 

 

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