die Grenze (Noe)

Die letzten 140 KM bis zur Grenze rechts und links der Straße gigantische Palmölplantagen. 

Hatte mich am Morgen beim Duschen gehen aus dem Auto ausgesperrt. Keine Ahnung warum der Schnapper der Schiebetür auf zu war, auf jeden Fall war ich ziemlich frustriert. Hatte um 8 Uhr schon 31 Grad und ich wollte eigentlich schon losfahren. Mechaniker kam nach ½ Stunde und 15 Minuten später war die Tür offen. Oben mit Schraubenzieher die Tür aufgehebelt, Draht mit Haken durchgefummelt, und sobald er beim Verriegelungsknopf eingehakt hatte mit einem Ruck dran gezogen. Wird mir nicht mehr passieren, mit Mitzi davor kann ich den Wagen komplett offen haben und muss mir keine Sorgen machen.

Bei der Ausreise aus der Elfenbeinküste stieg meine Laune bereits wieder. Super freundlich und professionell, und sobald klar war, dass ich deutsch spreche hatte ich einen Uniformierten zur Seite der mich ratzfatz durch alle Stationen begleitete. Er freute sich, seine Deutschkenntnisse anwenden zu können. In der Elfenbeinküste gibt’s anscheinend in der Schule als Fremdsprache tatsächlich Deutsch.

Einreise in Ghana hätte auch schnell sein können, wenn's keinen Systemabsturz gegeben hätte. Trotzdem, super freundlich und meine Laune wurde immer besser. Zum einen hatte ich nach knapp 10.000 KM mein Ziel erreicht, und dann fühle ich mich auch in einem englischsprachigen Land irgendwie wohler. Hat nicht nur damit zu tun, dass ich mich besser verständigen kann (auch hier tw heftiger Dialekt), ich komme mit der allgemeinen Stimmung besser zurecht.

Abidjan – Atuabo

9.571 KM

20.11. - 01.12. 2025

Donnerstag 20. November

Als ich auf meinen Stellplatz einbiege wird die Laune immer besser. Beim Organic Beach Camping kann man gratis stehen wenn man das Restaurant nützt. Bei einem Preis von 5,50-6€ für super leckeres Essen ist das leistbarer Luxus. Paul der Besitzer ist extrem freundlich und zuvorkommend, ausserdem kann Mitzi hier ohne Leine rumlaufen. Lasse sie auch in der Nacht draussen schlafen was ihr sichtlich gefällt. Überhaupt scheint sie sich hier total wohl zu fühlen. Neben der traumhaften Aussicht und den Schatten spendenden Kokospalmen, ist es vor allem die Brise die hier Tag und Nacht weht, die für ein super angenehmes Klima sorgt.

Gleich hinter dem Stellplatz ist das Restaurant.

Natürlich mit Meerblick.

Gleich dahinter ist mein Sitz und Liegeplatz.

Freitag 21. November

Das erste was ich nach dem Aufwachen sehe.

Heute ist der erste Weg in die Klinik, wieder mal 2 kleine und eigentlich nur oberflächliche Wunden an der Wade. Heilt seit 2 Wochen nicht zu und beginnt zu schmerzen.

Die Ekabaku Clinic ist nur 3 Minuten von hier entfernt, sollte sich noch als praktisch herausstellen. Komme sofort dran, nach Blutdruck und Fieber messen geht’s gleich zur Ärztin. Wie schon gedacht hab ich eine Wundinfektion, nach der Wundversorgung gibt’s noch Antibiotikum. Dann eröffnet sie mir, dass ich mindestens 1 Woche hierbleiben muss und jeden zweiten Tag zum Verbandwechsel kommen soll. Kein Problem, mir war schon bei der Ankunft klar, dass es mehr als die geplanten 2 Tage werden.

Danach geht sich noch ein Nachmittagsschwumm für das Tier aus.

Das ist mein Sitz und Liegeplatz

Auch von hier ist die Aussicht ziemlich nett.

Der Platz ist voller Kokospalmen.

Sonntag 23. November

Eigentlich war klar wie der Tag laufen sollte. Zuerst in die Klinik zum Verbandwechsel, dann Getränke gekauft um hoffnungsvoll dem Spiel entgegenzufiebern.

Bin bereits gestern mit Kopfschmerzen aufgewacht, blieben bis zum schlafen gehen, und dann richtig schlecht geschlafen. Heute wieder mit Kopfschmerzen aufgewacht. Die Schwester im Krankenhaus schickt mich ins Labor. Ein winziges, schummriges, und nicht allzu sauberes Kämmerchen, in dem ein junger Bursche sitzt. Er entschuldigt sich, dass er mich in den Finger stechen muss. Zuvor holt er aus einem staubigen Karton ein Glasplättchen raus auf dass der Blutstropfen kommt. Da der kleine Tisch ziemlich schmutzig ist legt er das Glasplättchen auf eine Pillendose. Von da fliegts in den Dreck, also von vorne. Nachdem er sichs dann genau unterm Mikroskop angesehen hat ist klar, ich hab Malaria. Er ist supernett und will mir alles genau erklären. Wusste nicht, dass es ein Parasit ist was es mir nicht sympathischer macht. Und als er mir im Mikroskop die Eier zeigen will die für meine Kopfschmerzen verantwortlich sind winke ich dankend ab. Da die Ärztin heute nicht da ist beratschlagen sich die Schwester und der Laborant. Dann bekomme ich ein Medikament mit von dem ich 3 Tage lang jeweils 2 Stück nehmen muss.

Am Freitag gleich nach Ankunft einen jungen Deutschen kennengelernt der seit 2 Jahren zu Fuss unterwegs ist. Hängt hier seit einem Monat fest, weil's hier wunderschön ist und er die Zeit dafür hat. Will zuerst mal bis Südafrika laufen, und dann nach Burundi, Verwandte seines Schwagers besuchen. Nicht nur mit Abstand der sympatischte Mensch, definitiv auch der interessanteste. Da er auch ein angenehmes Mindset hat und es sehr unterhaltsam ist verbringe ich viel Zeit mit ihm. Dass er sich supergut mit Mitzi versteht erweist sich gerade echt als Segen. Eine kurze Klorunde am Morgen schaffe ich gerade noch, Tagsüber geht dann Finn mehrmals mit ihr. Da er auch richtig Lust hat mit ihr zu spielen ist sie bestens versorgt.

Hab kein Fieber, Schmerzen sind mit Tabletten einigermaßen eingedämmt, fühle mich aber ziemlich matt. Ist jetzt nicht so angenehm, aber wenn schon Malaria, dann hier mit Finn der Mitzi mit Aufmerksamkeit versorgt. Muss mich öfter mal in den Wagen legen um mich auszuruhen, stehe aber im Schatten einer Kokospalme und es weht auch eine leichte Brise rein. Wenn ich mir zu sehr leid tue denk ich mir, lieber hier Malaria als Zuhause Grippe.

Die Aussicht von meinem Krankenbett ist definitiv besser als Zuhause.

Selbst der Ausgang des Spiels lässt sich damit leichter ertragen.

Dienstag 25. November

Heute ist wieder Verbandwechsel angesagt. Sowas wie eine Werkskita gibt’s hier nicht, 2 Schwestern haben ein Kleinkind am Rücken und ein etwa 4 jähriger Junge wuselt zwischen mir und der Schwester, vermutlich die Mutter, herum, während die meine Wunden desinfiziert. Hatte die Hoffnung, dass es nach 5 Tagen Antibiotikum besser ist, muss wohl noch 5 Tage mehr als geplant dran hängen. Beim näxten Verbandwechsel am Donnerstag wird dann nochmal ein Malariatest gemacht. Ist auf jeden Fall gut auszuhalten hier, auch das Essen ist extrem gut. Freue mich jetzt schon auf die scharfen Bohnen heute Abend, als Lunch nehm ich meist Chips aus Yamwurzel.

Zutritt verweigert, bevor sich der panierte Hund nicht den Sand ausm Fell schüttelt darf sie nicht rein.

Beim Abendessen bekomme ich dann eine Vorstellung von einem tropischen Sturm. Für wenige Minuten scheint die Welt unterzugehen. Wir sitzen unter einem Dach mit auf 3 Seiten offenen Wänden. Der Wind peitscht den Regen durch die offenen Seiten und es ist unheimlich laut. Wir rücken in die Mitte und Mitzi verkriecht sich unterm Tisch. Nach wenigen Minuten ist der Spuk vorbei. Es regnet hier viel mehr als in Sierra Leone, eigentlich täglich. Tagsüber meist nur kurz und nicht so heftig, am Abend oder in der Nacht kann dann schon ordentlich was ruter kommen. Ist aber ganz gemütlich im Wagen. 

Donnerstag 27.11.

Zuerst ins Kranhaus zum Verbandwechsel, diie Schwester ist zufrieden und dann wird mir gleich noch Blut abgezapft für einen Malariatest. Der ist negativ. Auf meine Frage, warum ich mich noch so schlapp fühle heisst es, it's Malaria.

Am Nachmittag reicht die Kraft schon für ein Strandgassi.

So sieht's hinterm Strand aus.

Auch hier fühlt sich Mitzi ziemlich wohl.

Samstag 29.11.

Gestern hats am Nachmittag 3 Stunden geregnet, eigentlich regnet es täglich. Meist nur kurz, danach ist die Luft ziemlich angenehm. Trotzdem warm genug, dass Zeux das draußen liegt (Mitzis Bett zum auslüften, Handtuch) nach 2 Stunden trocken ist. Manchmal gibt’s Abends oder in der Nacht mal ein heftiges aber kurzes Gewitter. Gestern war am Nachmittag 3 Stunden Weltuntergang. Eigentlich ganz gemütlich im Wagen, heftige Regenschauer bei Sonne und angenehme Temperatur drin.

Blöderweise donnert und blitzt es auch wie wild. Mitzi zieht sich in meine Nähe zurück, eigentlich will sie zu mir ins Bett. Ist sie natürlich zu groß für.

Der Tag startet mit dem letzten Krankenhausbesuch. Wundinfektion und Malaria überstanden und einen perfekten Artzbrief mit Rechnung erhalten. Mal schauen wie unkompliziert das mit der Reisekrankenversicherung wird. An den Unterlagen kanns nicht liegen, die sind auf jeden Fall professioneller als der Hygienestandard:). Ich bin aber voll zufrieden und wir verabschieden uns herzlich.

Nachdem ich zurück bin achte ich darauf das Auto nicht unter die Kokosnüsse zu stellen. Die knallen hier regelmäßig aus großer Höhe mit einem riesen Knall runter. Ist mir gestern Nacht aufgefallen, dass die Lüfterhaube direkt unter den Früchten ist. Wär zwar eine Katastrophe, hatte aber im dunklen keine Lust mehr umzuparken.

Als ich Mitzi raus lasse steht plötzlich die da. Total neugierig, kommt immer näher und steht 3 Meter vor der vollkommen verdutzten Mitzi. Dann geht’s Wuff und Mitzi macht einen Satz nach vorne. Die Kuh läuft nicht weg sondern kommt mit gesenktem Kopf auf Mitzi zu. Kann sie gerade noch am Halsband packen und sie wegziehen, die Kuh trottet gemächlich davon.

Beim Strandgassi holt sie sich sofort einen Stock.

Kann aber auch ein Palmwedel sein den sie zerlegt.

Aber eigentlich hat sie ein anderes Lieblingsspielzeug entdeckt, Kokosnüsse. Zuerst müssen sie natürlich gejagt werden.

Manchmal wird sie genüßlich am Strand in ihre Einzelteile zerlegt.

In der Wiese bearbeitet

Dazwischen kann man schon mal eine Wohlfühlwuzzelrunde einlegen.

Oder sich als Unterlage einen Palmwedel aussuchen.

So, langsam zieht's mich weiter. Der Plan ist, mit 2 kurzen Stopps an der Küste zuerst nach Accra. Am Montag soll's losgehen. Neben einem Geschenk für meinen Host und ein paar Einkäufen (Käse und Joghurt wär wieder mal cool) brauch ich leider eine Werkstatt. Die ABS Warnleuchte leuchtet, Google sagt, sofort in die Werkstatt. Mein Don Bosco Mechaniker aus SL sagt, solang das Bremspedal funktioniert kann ich fahren. Gibt kurz nach Accra eine Don Bosco Lehrwerkstätte, bin schon angekündigt. Danach geht’s zu meinem Host in Ada Foah. Gibt dann vermutlich in 7-10 Tagen wieder was zum lesen.

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