die Grenze (Kpantiaplay)

Aus und Einreise geht relativ entspannt und ich bin eigentlich in 1,5 Stunden durch. Nur das Geld wechseln und Simkarte kaufen dauert dieses Mal fast eine Stunde.

Monrovia – Yamoussoukro 

9.006 KM

17. - 18. 11. 2025

Montag 17.11.

Ist kurz nach 17 Uhr als ich losfahre, und dann kommt wirklich heftige Piste. Teilweise so eng, dass ich nur noch das Geräusch von Büschen höre die das Auto streifen, LKW'S kommen da sicher nicht durch.

80% der Piste sehen so aus.

Zu allem Überfluss beginnt es zu regnen, wie eigentlich täglich seit ich in SL bin. Schnell wird klar, dass ich meinen Vorsatz, nicht im dunklen zu fahren dieses Mal nicht einhalten kann. Will nur noch so weit fahren bis ich Asphalt unter den Rädern habe. Leider muss ich die letzten 40 Minuten in völliger Dunkelheit auf der Piste fahren. Rechts und links der Piste nur Dschungel, also keine Chance stehen zu bleiben. Gibt zwar ein paar Dörfer am Weg, wo ich nur das Feuer vor den Hütten sehe. Ist mir ehrlich gesagt etwas unheimlich und mit Mitzi zu stressig. Dann endlich kurz nach 20 Uhr eine richtige Straße, fahre noch ½ Stunde bis zur näxten Stadt. Dort frage ich bei einer Tanke ob ich übernachten darf, ist kein Problem.

Bin so erledigt, dass ich am liebsten gleich schlafen würde. Leider läuft noch bis 2 Uhr Mucke von gegenüber. Eigentlich komme ich mit der Musik die hier gespielt wird gut klar, ist halt gefühlt 3 mal so laut wie bei uns.

Dienstag 18.11.

Bis Yamoussoukro dann feinste Straße, da ich bereits um 14:30 da bin überlege ich kurz noch ein Stück weiter zu fahre. Bin aber zu müde und ausserdem mehr als gut im Zeitplan. Stelle mich dann zum Restaurant Domaine Yao Basile. Ein riesiges Gelände mit vielen Schattenplätzen zum Sitzen.

Und wieder ein Verehrer für Mitzi, als ich sie von der Leine lasse geht’s richtig rund.

Gibt noch einen tierischen Bewohner hier, Preis für ein Foto ist eine Banane.

Yamoussoukro – Abidjan 

9.293 KM

19. - 20. 11. 2025

Mittwoch 19.11.

Nach kurzer Zeit bin ich auf der Autobahn nach Abidjan. Geht gut voran und ich bin gut gelaunt. Die gute Laune beginnt aber bald zu schwinden, jeder zweite LKW ist ein Holztransport. Dem Umfang der Stämme nach müssen das riesige, uralte Bäume gewesen sein die mit Sicherheit für den Export bestimmt sind. Also, falls das nicht alle meine geneigten Leser:innen wissen sollten, die Zertifikate für Exotenholz sind alles Schwindel, also bitte Finger weg davon. Ich weiß, sind so praktisch für Terassenmöbel. Dann nehmt doch bitte Nadelholz und behandelt es regelmäßig. Und weil ich schon die Moralkeule schwinge, was glaubt ihr wird stattdessen gepflanzt. Richtig, riesige Monokulturen für Palmöl. Was das für Probleme mit sich bringt kann jede/r gern selbst recherchieren. Und jetzt die ultimative Stimmungsbremse für Nutellafans, ja, ist auch Palmöl drin. Natürlich gutes, zertifiziertes. Wer einem Konzern wie Ferrero glaubt...

So, nochmals sorry für das Stimmungstief. Ist halt ein Nebeneffekt so einer Reise, dass Dinge die man eh weiß bei direkter Erfahrung nochmal einen anderen Stellenwert bekommen.

Als ich mich Abidjan nähere fällt die Klimaanlage aus und das erste mal beginnt es auch tagsüber richtig zu schütten, müssen die letzten Zuckungen der Regenzeit sein. Der Verkehr wird immer zäher, es ist heiß und schwül und dann befinde ich mich in einem Megastau in Abidjan. Plötzlich kommt mir mitten auf der Straße ein splitterfasernackter Mann entgegen, offensichtlich komplett desorientiert. Als dann noch kurz vor dem geplanten Stellplatz eine Umleitung ist und ich ewig über staubige Pisten mitten in einer Großstadt rumkurve ist die Laune ziemlich tief unten.

Dann endlich angekommen stelle ich mich auf den Parkplatz des Restaurant Drogba Beach, etwas außerhalb von Abidjan. Die Laune steigt schnell wieder. Verbringe bis auf einen Gassigang am Strand den Nachmittag hier, wo ich diese Zeilen schreibe.

Habe Liberia und die Elfenbeinküste schneller durchquert als geplant. Morgen geht’s zur Grenze und der nächste Bericht folgt dann aus Ghana.