die Grenze (Pamelap),

Freitag 30. Jänner

Die Ausreise aus Liberia war sehr entspannt, dafür gab's bei der Einreise in SL Stress. Der erste Posten verlangte ein Schreiben für das Auto das ich nicht hatte (und auch nicht brauche). Er verlangte 80$ und verstand nicht, dass ich Zolldokumente hab die ich bereits in D bezahlt hab. Gab eineinhalb Stunden Diskussion weil er mich ohne die Zahlung nicht weiterfahren lasse wollte. Musste wieder kommen was ich überhaupt nicht mag, ich brüllte ihn an, dass ich sofort mit seinem Vorgesetzten sprechen will weil ich sonst meine Botschaft anrufe. Konnte ich gar nicht, weil ich noch keine Simkarte hatte. Hat allerdings gewirkt, und nach 10 Minuten war ich in SL.

Robertsport – Bureh Beach

14.118 KM

30.01. - 22.02. 2026

 

Das erste Ziel war Bo wo ich Freunde besuchte die ich vor 2 Jahren kenne gelernt habe. Gab dann auch ein riesen Hallo und große Freude, auch Mitzi wurde überschwenglich begrüßt. Samstag blieben wir in der Stadt, war allerdings unerträglich heiß, 7° wärmer als an der Küste. Haben dann entschieden den Sonntag an einem Fluß zu verbringen.

Montag 02. Februar

Die Fahrt Richtung Freetown war entspannt und ich war schon kurz nach Mittag in der Werkstatt von Don Bosco. Auch dort, die Widersehensfreude groß. Mitzi lässt mittlerweile die stürmischen Begrüßungen geduldig über sich ergehen. Nachdem ich Michael Geld für die Ersatzteile und eine lange Reparaturliste gegeben hab geht’s sofort an den Strand nach Bureh. Auch dort herzliche Begrüßung von allen, aber Mitzi ist ungeduldig und läuft sofort ins Wasser.

Mittwoch 04. Februar

Hab mir ein Zelt organisiert weil das Auto eine Woche in der Werkstatt stehen wird. Ausgerechnet heute beginnt's zu regnen, eigentlich ist Trockenzeit, der Klimawandel macht den Leuten hier auch zu schaffen.

Mittwoch 11. Februar

Hab mich schon extrem auf's Auto gefreut, eine Woche im Zelt ist echt genug. Der Tag sollte dann richtig frustig beginnen. Da ich den Mechaniker zurück bringen musste bin ich gleich gefahren. Hab schon beim anschnallen gesehen, dass die neue Windschutzscheibe einen Sprung hat. Gab dann großes Gejammer wie sie die neue Scheibe bezahlen sollen. Hab dann angeboten die Hälfte zu zahlen, leider war das nicht alles. Das Ladekabel für die Powerstation wurde nicht repariert obwohl er meinte es sei repariert worden. Bremsen funktionieren zwar, quietschen aber immer noch. Und auf der Rückfahrt begann wieder die Warnlampe für die Bremsen zu leuchten.

Da ich Montag Morgen für 4 Tage nach Kabala fahre bringe ich das Auto näxten Freitag in die Werkstatt. Dann haben sie einen Tag Zeit alles zu richten, am Montag ist schon die Fahrt nach Guinea geplant.

Und wenn ich schon am jammern bin, letztes Wochenende hatte die Budapest-Freetown Rally hier ihr Finale. Was für Arschlöcher. Laut (die ganze Nacht gab's Raketen und Böller, Mitzi hatte mal wieder ordentlich Panik) und rücksichtslos. Am näxten Tag war der Strand vermüllt (die Blacks werden's schon wegräumen, sind übrigens meine Freunde die das machen müssen) und der Strand sah aus wie eine Rallypiste weil sie natürlich so nah wie möglich am Wasser rumcruisen mussten. Große Jungs mit ihren teuren Spielzeugen, zum kotzen.

So, jetzt genug rumgejammert. Den Tagesablauf bestimmen wieder Mitzis Schwimmzeiten, obwohl wir jetzt auch nochmal später und länger im Wasser sind. Sie schläft sowieso draußen also ist's egal wenn sie um 7 noch nicht trocken ist.

Die schlechte Laune hält sowieso meist nicht lange an, bei den Strandspaziergängen mit Mitzi wird mir immer wieder bewusst in welch traumhafter Umgebung ich bin. Wir werden hier auch schon wie alte Bekannte behandelt und von allen begrüßt. Wenn die schlechte Laune zurückkommt gibt’s eine dicke Kräuterzigarette und ich lass mich auf den Wellen schaukeln während mich mein Tier umkreist.

Außerdem musste ich am Wochenende wegen dem Rallygesocks auf einen anderen Strand ausweichen den ich noch nicht kannte. Obwohl nur 10 Minuten entfern war der Menschenleer.

Sonntag 15. Februar

Heute wartet ein kleines Highlight, das Derby Mighty Blackpool gegen die East End Lions (EEL) Beides Teams aus Freetown die in der SL Premier League spielen. Da Tamba die EEL supportet war klar wen ich unterstütze. Dass Tamba einen Funktionär der EEL kennt sollte sich noch als sehr nützlich herausstellen.

Mighty Blackpool ist das Heimteam, da das Nationalstadion (ihr Heimstadion) gerade renoviert wird musste auf einen Trainingsplatz der Nachwuchsteams und der Sierra Queens (SL Nattionalteam der Frauen) ausgewichen werden.

Nach dem Aufwärmen (EAL in rosa) geht’s auf den Platz, die EEL in den weißen Trikots.

Da es eigentlich ein Trainingsplatz ist sind die Zuschauer ausserhalb des Zauns. Tamba hat's geschafft, dass ich direkt zwischen der Ersatzbank der EEL und dem 4. Schiedsrichter sitze (der orange Stuhl ist mein Sitzplatz). Dass Tamba draußen sitzt war zuerst etwas unangenehm, hab's dann aber schon sehr genossen so nahe dran zu sein.

Dann geht’s endlich los.

Man merkt, dass es ein Derby ist, es geht gleich von Anfang an zur Sache. Sieht manchmal wie eine einstudierte Choreographie aus.

Dabei wird gegrätscht, gestoßen, gezogen und gehalten.

Mann ist nicht zimperlich. Dafür gab's keinen Pfiff.

Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit fällt das 1:0 für die EAL, mein Jubel fällt etwas verhalten aus da links von mir die Bank der Mighty Blackpool ist und deren Coach so richtig am Toben ist. Apropos Toben, bei uns hätten beide Trainer nach 10 Minuten einen Platzverweis. Die Coachingzone ist zwar angezeichnet, wird aber eher als Empfehlung verstanden. Und der vierte Referee wird durchgehend angebrüllt.

Das Tor war ein schöner Freistoß. Flanke, Kopf und drinn issser.

Zehn Minuten später dann das 2:0. Leider stand der vierte Referee vor der Linse, der Jubel von der Bank war dann ziemlich groß. Blieb beim 2:0 und ich freute mich über einen glücklichen Tamba.

Am Schluss durfte ich noch die Torschützen fotographieren.

Montag 16. Februar

Heute geht’s Richtung Norden in das Dorf Bumban. Da es danach nach Kabala gehen soll und Tambas Familie von dort kommt begleitet er mich. Isatu die ich per WhattsApp kontaktiert habe wartet schon auf uns. Zuerst 3 Stunden Asphalt und dann noch eine Stunde Piste und wir sind in Bumban, einem Dorf in den Bergen.

Isatu ist die herzlichste Gastgeberin die ich bisher kennengelernt habe. Ihr Mann ist Lehrer und ebenfalls super gastfreundlich. Und dann gibt’s noch die 10jährige Tochter die sich sofort mit Mitzi angefreundet hat. Es waren wohl schon einige Overlander hier, aber noch niemand mit Hund. 

Der erste Weg führte uns zum Townchief den wir um Erlaubnis fragen müssen wenn wir hier sein wollen. Und natürlich dafür bezahlen im Dorf sein zu dürfen. Wusste ich bereits, genauso wie ihm unsere Mission zu erklären. War dann noch skurriler als ich dachte. Er trohnte in einer offenen Strohhütte auf einer Liege mit einer 30 cm hohen Schaumstoffmatratze, rundherum irgendwelche Menschen am Boden. Ich bekam einen Stuhl, stellte mich vor und erklärte meine Absichten. Er erzählte mir wer er ist, wer seine Vorfahren waren und einiges mehr. Hab nicht alles verstanden, war eine Mischung aus Englisch, Krio und Mendi. Dann 100 Leones (4€) für das Dorf (eher in seine Tasche).

Dienstag 17. Februar

Sind schon sehr früh aufgestanden weil wir um 7 Uhr los wollen zu einer kleinen Wanderung. Während sich die anderen um diese Zeit bereits mit Reis und scharfer Soße stärken, versuche ich mit Kaffee wach zu werden. Habe eine Kanne mit teutschen Filterkaffee gemacht. Ist für alle das erste mal, dass sie Kaffee trinken. Tja, Kaffee und Kakao die hier wachsen und mit mühsamer Arbeit geerntet wird sind hier nur den Reichen vorbehalten. Auch die Tochter ist begeistert, als dann noch die 4 jährige Tochter der Nachbarin genussvoll (starken) Kaffee schlürft bin ich kurz davor irgendwas zu sagen von wegen Koffein und so, lass es aber bleiben.

Kurz vor 7 geht’s bei angenehmen Temperaturen los. Zuerst geht’s durch den Wald und dann der erste Anstieg.

Nach 30 Minuten fordere ich keuchend eine Pause ein während Mitzi wie eine Bergziege an mir vorbeihuscht. Leider sollte das noch Folgen haben.

Dann nach gefühlt einen halben Tag steil bergauf und über Felsen (okay, es waren 1,5 Stunden) dann an unserem Ziel angekommen. Das Steinbecken in dem wir stehen ist in der Regenzeit mit Wasser gefüllt.

Isatu erzählt, dass die Hänge bis ganz oben in der Regenzeit tiefgrün sind und überall kleine Bäche runter fließen. Muss überwältigend sein, allerdings braucht man in der Regenzeit für die Piste definitiv dinen Geländewagen.

Es gibt viele lustige Formationen.

Mittwoch 18. Februar

Als wir in Kabala ankommen bemerke ich als Mitzi aussteigt, dass sie stark humpelt. Sieht gar nicht gut aus. Eigentlich wollten wir heute noch in die Stadt und morgen einen Ausflug machen. Bin etwas frustriert weil ich mich sehr drauf gefreut habe. Was soll's, das Tier geht vor. Also machen wir es uns eine Nacht gemütlich bei Tambas Familie.

Freitag 20. Februar 

Früh morgens los in den Moloch Freetown zum angeblich bekanntesten Vet in SL. Das Netz wird’s wohl wissen. In einer Seitenstraße neben Batterie Schnellladebuden und anderem Schrauberzeux ist hinter einem qietschenden Tor die Animal Choice Clinik. Die Werbung im Netz sieht vielversprechend aus.

Hinter dem Tor wartet ein Innenhof der Parkplatz, Aufenthaltsraum für Hunde-Hühner-Katzen-Ziegen-Enten, und wie sich herausstellen sollte, auch der Behandlungsraum ist. Mittendurch fließt eine tiefe Abflußrinne, da Mitzi voll darauf fixiert ist und immerzu in ihr rumschnüffelt und so das ganze Getier ringsum nicht so wahrnimmt bin ich dankbar dafür. Also sitze ich mit ihr auf einem orangen Plastikstuhl inmitten dem Getier und warte. Dann wird ein alter Mann in einem Rollstuhl rausgeschoben und auch auf einen Stuhl gesetzt. Nachdem ihm ein Tisch hingestellt wird studiert er Mitzis Impfpass und nickt bewundernd (ja, auch mein Hund ist eine Antischwurblerin). Ich erklär ihm, dass Mitzi seit dem Ausflug humpelt und wir laufen vor ihm auf und ab. Die Untersuchung und Diagnose macht der junge Mann (Student?), und während er Mitzi abtastet und mit dem alten Mann auf Krio spricht nickt dieser immer wieder zustimmend. Er sagte zwar, dass es schon mit Mitzis Schäferhundanteil zu tun haben kann, aber nach dem Abtasten und dem Auftreten kurz nach der Wanderung geht er von einer Überbelastung aus. Hab etwas schlechtes Gewissen, weil ich der alten Dame die Wanderung zugemutet habe. War halt relativ kühl am Morgen und sie war wieselflink. Ist wie im Wasser, da ist sie auch ein Teenager. Der Tierarzt beruhigt mich und sagt, dass in 4-5 Tagen alles vorbei ist. Sie bekommt eine Spritze und Schmerztabletten für 3 Tage.

Auf der Rückfahrt bin ich einigermaßen beruhigt und versuche die skurrile Innenhofsituation mit Abflußrinne+Getier=Behandlungsraum und dem seltsamen Behandlungsteam zu verabeiten.

Samstag 20. Februar

Bin gestern für viel Geld mit dem Taxi zum Tierarzt gefahren weil das Auto für die restlichen Reperaturen in der Werkstatt war, sind natürlich nicht wie versprochen fertig geworden. Also heute nochmal ohne Auto, da ich am Montag nach Guinea fahre dann halt die Vorbereitungen am letzten Tag. Werde den heutigen Tag noch nutzen um mich von meinen Freunden zu verabschieden. Mitzi versteht natürlich überhaupt nicht warum sie nicht ins Wasser darf, schaut mich bei der Hunderunde ganz verständnislos an. Nächste Woche wird durchgefahren, bin immer froh so rasch wie möglich aus Guinea raus zu sein. Mitte übernäxte Woche wieder Strand in der Casamance (Süden Senegals), dann ist sie hoffentlich wieder fit genug zum rumtoben